Trainingsraum mit Ergometer und Übungsgeräten in der Physiotherapie Rado Koblenz
Nachbehandlung nach Gelenkersatz

Physiotherapie nach Knie‑TEP
in Koblenz

Nach einer Knieprothese entscheidet die Nachbehandlung mit darüber, wie beweglich und belastbar Ihr neues Gelenk wird. Wir begleiten Sie von der ersten Woche nach der Klinik bis zurück in Alltag, Beruf und Sport – nach aktuellen Leitlinien und dem Schema Ihres Operateurs.

Worum es geht

Knie-TEP: Was die Physiotherapie danach leistet

Bei einer Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP) werden die abgenutzten Gelenkflächen von Oberschenkel und Schienbein durch ein künstliches Gelenk ersetzt – meist wegen einer fortgeschrittenen Kniearthrose. Die Operation schafft die Voraussetzung; Beweglichkeit, Kraft und ein sicheres Gangbild entstehen in den Wochen danach.

Unsere Nachbehandlung orientiert sich an den Nachbehandlungsempfehlungen der DGOU und den aktuellen Leitlinien. Zwei Ziele stehen in den ersten Wochen im Vordergrund: die volle Streckung erhalten und die Beugung Schritt für Schritt aufbauen – ohne das Gelenk zu überlasten.

Animation: Beugung des Kniegelenks mit Knieprothese – Richtwerte 90 Grad zur Entlassung und etwa 120 Grad nach zwölf Wochen Beugung KniegelenkRichtwerte nach Knie‑TEP 0°90°120°BeugungZiel: 90° bei Entlassung,ca. 120° nach 12 Wochen

Kurz zusammengefasst

  • Start: Physiotherapie beginnt in der Klinik und geht bei uns ohne Pause weiter – Entlassrezept innerhalb von 7 Tagen einlösen.
  • Belastung: meist Vollbelastung ab dem 1. Tag, Gehstützen als Richtwert 4–6 Wochen.
  • Beweglichkeit: Richtwerte 90° Beugung zur Entlassung, 100–110° nach 6 Wochen, 110–120° nach 12 Wochen – volle Streckung von Anfang an.
  • Zurück im Alltag: Autofahren ca. ab Woche 6, gelenkschonender Sport ab 3–6 Monaten – nach ärztlicher Freigabe.
Ihr Weg zurück

Die Phasen nach der Knie-TEP im Überblick

Richtwerte aus Leitlinien und Nachbehandlungsempfehlungen – Ihr persönlicher Verlauf kann davon abweichen.

OP-Tag bis Woche 2

Klinik & erste Schritte

Aufstehen mit Gehstützen, Thromboseprophylaxe, Kühlen und Hochlagern. Ziel: Streckung halten, ca. 90° Beugung.

Woche 3–6

Gangbild & Beweglichkeit

Ambulante Physiotherapie oder Reha: Beugung auf 100–110°, Kräftigung des Oberschenkels, Gehstützen schrittweise abgewöhnen.

Woche 7–12

Kraft & Alltag

Treppen, längere Strecken, Ergometer, Gleichgewicht. Beugung 110–120°, Rückkehr zu Büroarbeit und Autofahren nach Freigabe.

Ab Monat 4–6

Belastbarkeit & Sport

Ausdauer und Kraft weiter aufbauen, gelenkschonender Sport wie Radfahren, Schwimmen, Wandern – nach ärztlicher Freigabe.

Der Phasenplan

Was in welcher Phase passiert

So gestalten wir die Nachbehandlung in der Praxis – abgestimmt auf das Schema Ihres Operateurs.

PhaseZielePhysiotherapie bei unsZuhause & Alltag
Phase 1OP-Tag bis Woche 2
  • Schmerz und Schwellung reduzieren
  • Volle Streckung erhalten
  • Beugung bis ca. 90°
  • Sicher gehen mit Gehstützen
  • Abschwellende Maßnahmen, Lymphdrainage
  • Vorsichtige Mobilisation in Streckung und Beugung
  • Anspannungsübungen für den Oberschenkel
  • Gangschule und Treppe mit Stützen
  • Kühlen, Bein hochlagern
  • Fuß- und Wadenpumpe gegen Thrombose
  • Mehrmals täglich kurze Übungen
  • Keine langen Strecken, kein Knien
Phase 2Woche 3–6
  • Beugung 100–110°
  • Gangbild ohne Hinken
  • Gehstützen abgewöhnen
  • Narbe beweglich halten
  • Manuelle Therapie und Mobilisation
  • Kräftigung von Oberschenkel und Hüfte
  • Gangschule, Gleichgewicht
  • Narbenbehandlung nach Fadenzug
  • Spaziergänge in kleinen Schritten steigern
  • Ergometer mit niedrigem Widerstand, sobald die Beugung reicht
  • Weiterhin kühlen bei Schwellung
Phase 3Woche 7–12
  • Beugung 110–120°
  • Kraft und Ausdauer
  • Treppen flüssig
  • Alltag und Büroarbeit
  • Kraft- und Koordinationstraining
  • Gleichgewichts- und Stabilitätsübungen
  • Belastungsaufbau für Beruf und Alltag
  • Ergometer und Schwimmen nach Wundheilung und Freigabe, Radfahren im Freien ab etwa Monat 3
  • Autofahren, wenn das Bein sicher kontrolliert wird
  • Längeres Sitzen mit Pausen zum Bewegen
Phase 4Ab Monat 4
  • Volle Belastbarkeit im Alltag
  • Sportfähigkeit für gelenkschonende Sportarten
  • Langfristig Kraft erhalten
  • Sportartspezifisches Training
  • Trainingsplan für zuhause oder Fitnessstudio
  • Kontrolle des Gangbilds
  • Radfahren, Schwimmen, Wandern, Nordic Walking, Golf
  • Sprünge, Stop-and-go und Kontaktsport mit dem Operateur besprechen

Richtwerte nach den Nachbehandlungsempfehlungen der DGOU; die genannten Leitlinien bilden den fachlichen Hintergrund zu Indikation und Arthrose. Bei teilzementierten oder zementfreien Prothesen, Umstellungen oder Wechseloperationen kann Ihr Operateur abweichende Belastungs- und Bewegungsgrenzen festlegen – diese haben Vorrang.

Unsere Behandlung

Was wir in der Praxis für Sie tun

Manuelle Therapie & Mobilisation

Sanfte Techniken für Streckung und Beugung, Kniescheibenmobilisation und Behandlung des umliegenden Gewebes.

Lymphdrainage & Abschwellung

Manuelle Lymphdrainage, Kühlung und Lagerung – eine abgeschwollene Kapsel lässt sich leichter bewegen.

Kraft, Gangschule & Gleichgewicht

Vom Anspannen im Liegen über Treppen bis zum Ergometer: Wir bauen Belastung schrittweise und sicher auf.

Hausbesuch, wenn nötig

Solange Sie noch nicht mobil genug für die Praxis sind, kommen wir im Rahmen der Mobilen Physiotherapie zu Ihnen nach Hause.

Selbst aktiv werden

Vier Dinge, die Sie zuhause tun können

Ihr persönliches Übungsprogramm stellen wir im ersten Termin zusammen – diese Grundregeln gelten fast immer.

Streckung sichern

Mehrmals täglich das gestreckte Bein mit der Ferse auf einer Rolle lagern und das Knie Richtung Unterlage drücken. Kein Kissen unter die Kniekehle.

Beugung üben

Im Sitzen den Fuß auf dem Boden langsam nach hinten ziehen, kurz halten, zurück. Mehrmals am Tag wenige Wiederholungen, im schmerzarmen Bereich.

Fuß- und Wadenpumpe

Füße kräftig heben und senken – in den ersten Wochen stündlich. Das unterstützt den Rückfluss und beugt einer Thrombose vor.

Kühlen und hochlagern

Nach dem Üben und abends 15–20 Minuten kühlen (Tuch zwischen Haut und Kühlpack) und das Bein hochlagern.

Wann sofort ärztlich abklären lassen?

Bei plötzlicher Wadenschwellung oder Wadenschmerz, Atemnot oder Brustschmerz (Hinweis auf Thrombose oder Embolie), bei Fieber, zunehmender Rötung, Überwärmung oder Flüssigkeit aus der Wunde (Hinweis auf Infektion) sowie bei plötzlich stark zunehmenden Schmerzen oder Instabilität: bitte umgehend an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder den Notruf 112 wenden.

Rezept, Kosten & Ablauf

So kommen Sie zu uns

Verordnung nach Gelenkersatz

Nach dem Gelenkersatz erhalten Sie in der Regel bereits in der Klinik oder Reha eine Verordnung (Entlassrezept – bitte innerhalb von 7 Tagen mit der Behandlung beginnen). Danach verordnet Ihre Hausärztin, Ihr Hausarzt oder die orthopädische Praxis Krankengymnastik, Manuelle Therapie oder Lymphdrainage. Nach einem Gelenkersatz besteht in den ersten Monaten meist ein besonderer Verordnungsbedarf, sodass die Behandlung außerhalb des Praxisbudgets verordnet werden kann. Alle Kassen, privat oder als Selbstzahler – wir beraten Sie gern.

Ihr Operateur hat das letzte Wort

Alle Angaben auf dieser Seite sind Richtwerte aus aktuellen Leitlinien und Nachbehandlungsempfehlungen. Maßgeblich ist immer das Nachbehandlungsschema Ihres Operateurs – es berücksichtigt Prothesentyp, Verankerung, Zugang und Ihre persönliche Situation. Bringen Sie es bitte zum ersten Termin mit; wir stimmen die Therapie darauf ab.

Quellen und Grundlagen:
Stand: Oktober 2026Fachliche Prüfung: Team Physiotherapie RadoRichtwerte – das Nachbehandlungsschema Ihres Operateurs hat Vorrang
Häufige Fragen

Fragen zur Nachbehandlung nach Knie-TEP

Wann beginnt die Physiotherapie nach einer Knie-TEP?
Meist schon am Tag der Operation oder am ersten Tag danach in der Klinik: erste Schritte mit Gehstützen, Übungen gegen Thrombose und für die Streckung. Nach Entlassung oder Reha geht es ambulant bei uns weiter – idealerweise ohne Pause, das Entlassrezept gilt nur 7 Tage.
Darf ich das Knie voll belasten?
Bei den meisten Knieprothesen ist Vollbelastung ab dem ersten Tag erlaubt – die Gehstützen dienen in den ersten Wochen der Sicherheit und einem sauberen Gangbild. Ob für Sie eine Einschränkung gilt, steht im Nachbehandlungsschema Ihres Operateurs.
Wie lange brauche ich Gehstützen?
Als Richtwert 4 bis 6 Wochen. Wir trainieren das Abgewöhnen schrittweise: erst eine Stütze auf der Gegenseite, dann kurze Strecken ohne – sobald Sie ohne Hinken gehen können.
Wie viel Beugung ist normal?
Richtwerte: etwa 90° zur Entlassung aus der Klinik, 100 bis 110° nach 6 Wochen und 110 bis 120° oder mehr nach 3 Monaten. Mindestens so wichtig ist die volle Streckung – daran arbeiten wir von Anfang an.
Wann darf ich wieder Auto fahren, arbeiten und Sport treiben?
Autofahren meist nach etwa 6 Wochen, wenn Sie das Bein sicher kontrollieren und keine starken Schmerzmittel mehr nehmen – nach Rücksprache mit dem Arzt. Büroarbeit oft nach 6 bis 8 Wochen, körperlich schwere Arbeit nach 3 Monaten oder später. Gelenkschonender Sport wie Radfahren, Schwimmen, Wandern oder Nordic Walking ist in der Regel ab 3 bis 6 Monaten möglich; Sprung- und Kontaktsportarten sollten Sie mit dem Operateur besprechen.
Wie lange ist das Knie geschwollen und warm?
Eine Schwellung und Wärme sind in den ersten Wochen normal und können bis zu 6 Monate in abgeschwächter Form bestehen. Wir behandeln sie mit Lymphdrainage, Kühlung und dosierter Bewegung. Nimmt die Schwellung plötzlich zu oder kommen Fieber, Rötung oder Wadenschmerzen dazu, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt.

Termin nach Ihrer Knie-OP

Rufen Sie uns an – am besten noch vor der Entlassung, damit die Behandlung ohne Pause weitergeht.

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