Übungsraum mit Spiegel und Therapiebank in der Physiotherapie Rado Koblenz
Nachbehandlung nach Gelenkersatz

Physiotherapie nach Hüft‑TEP
in Koblenz

Nach einer Hüftprothese geht es um zwei Dinge: das neue Gelenk in den ersten Wochen schützen und gleichzeitig Kraft, Gangbild und Beweglichkeit aufbauen. Wir begleiten Sie von der Entlassung bis zurück in Alltag, Beruf und Sport.

Worum es geht

Hüft-TEP: Schützen und aufbauen zugleich

Bei einer Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) werden Hüftkopf und Hüftpfanne durch künstliche Gelenkteile ersetzt – meist wegen einer fortgeschrittenen Hüftarthrose oder nach einem Oberschenkelhalsbruch. Die Prothese ist von Anfang an stabil; die Gelenkkapsel und die Muskulatur brauchen jedoch Wochen, um das neue Gelenk sicher zu führen.

Deshalb gelten in den ersten Wochen Schutzregeln gegen ein Auskugeln (Luxationsprophylaxe), während wir gleichzeitig die seitliche Hüftmuskulatur kräftigen und ein hinkfreies Gangbild erarbeiten. Beides zusammen entscheidet darüber, wie belastbar Ihre Hüfte langfristig wird.

Animation: Mensch in Seitenansicht hebt das operierte Bein im Hüftgelenk nach vorn an – typisch beim hinteren Zugang: in den ersten Wochen den Oberschenkel nicht über 90 Grad beugen (Luxationsschutz) Beugung HüftgelenkSchutzregel nach Hüft‑TEP 90°-Grenze 0°60°90°BeugungHinterer Zugang: bis zur Freigabenicht über 90° beugen

Kurz zusammengefasst

  • Start: Physiotherapie ab dem OP-Tag in der Klinik, danach ohne Pause ambulant bei uns.
  • Belastung: meist Vollbelastung ab dem 1. Tag (zementiert); bei zementfreien Prothesen nach Vorgabe des Operateurs. Gehstützen als Richtwert 4–6 Wochen.
  • Schutzregeln: je nach Zugang 6–12 Wochen – typisch: nicht über 90° beugen, Beine nicht überkreuzen, nicht nach innen drehen.
  • Zurück im Alltag: Autofahren ca. ab Woche 6, gelenkschonender Sport ab etwa 3 Monaten – nach ärztlicher Freigabe.
Ihr Weg zurück

Die Phasen nach der Hüft-TEP im Überblick

Richtwerte aus Leitlinien und Nachbehandlungsempfehlungen – Ihr persönlicher Verlauf kann davon abweichen.

OP-Tag bis Woche 2

Klinik & Schutzregeln

Aufstehen mit Gehstützen, Thromboseprophylaxe, Schutzregeln lernen, Hilfsmittel für Sitzen, Schuhe und Socken.

Woche 3–6

Gangbild & Kraft

Ambulante Physiotherapie oder Reha: seitliche Hüftmuskulatur kräftigen, hinkfrei gehen, Gehstützen schrittweise abgewöhnen.

Woche 7–12

Beweglichkeit & Alltag

Mehr Bewegungsumfang nach Freigabe, Treppen, längere Strecken, Gleichgewicht. Rückkehr zu Büroarbeit und Autofahren.

Ab Monat 4

Belastbarkeit & Sport

Schutzregeln sind in der Regel nach ärztlicher Freigabe aufgehoben; Ausdauer und Kraft weiter aufbauen, Radfahren, Schwimmen, Wandern.

Der Phasenplan

Was in welcher Phase passiert

So gestalten wir die Nachbehandlung in der Praxis – abgestimmt auf Zugang, Verankerung und das Schema Ihres Operateurs.

PhaseZielePhysiotherapie bei unsZuhause & Alltag
Phase 1OP-Tag bis Woche 2
  • Schmerz und Schwellung reduzieren
  • Schutzregeln sicher anwenden
  • Sicher gehen und Treppe steigen mit Stützen
  • Wundheilung unterstützen
  • Abschwellende Maßnahmen, Lymphdrainage
  • Anspannungsübungen für Gesäß und Oberschenkel
  • Gangschule und Treppe mit Stützen
  • Schulung: Aufstehen, Hinlegen, Sitzen, Schuhe anziehen
  • Sitzerhöhung, Greifzange, Strumpfanziehhilfe nutzen
  • Rückenlage oder Seitenlage mit Kissen zwischen den Knien
  • Fuß- und Wadenpumpe gegen Thrombose
  • Keine tiefen Sessel, kein Überkreuzen der Beine
Phase 2Woche 3–6
  • Gangbild ohne Hinken
  • Kräftigung der seitlichen Hüftmuskulatur
  • Gehstützen abgewöhnen
  • Narbe beweglich halten
  • Kräftigung von Gesäß-, Hüft- und Rumpfmuskulatur
  • Gangschule, Gleichgewicht, Treppe ohne Stützen
  • Manuelle Therapie innerhalb der erlaubten Bewegungsgrenzen
  • Narbenbehandlung nach Fadenzug
  • Spaziergänge in kleinen Schritten steigern
  • Übungen im Stehen mit Festhalten
  • Schutzregeln weiterhin einhalten
Phase 3Woche 7–12
  • Beweglichkeit nach Freigabe erweitern
  • Kraft und Ausdauer
  • Alltag, Büroarbeit, Autofahren
  • Kraft- und Koordinationstraining
  • Gleichgewichts- und Stabilitätsübungen
  • Belastungsaufbau für Beruf und Alltag
  • Ergometer mit hohem Sattel
  • Autofahren, wenn das Bein sicher kontrolliert wird
  • Ergometer und Schwimmen nach Wundheilung und Freigabe, Radfahren im Freien ab etwa Monat 3
  • Längeres Sitzen mit Pausen zum Bewegen
Phase 4Ab Monat 4
  • Volle Belastbarkeit im Alltag
  • Sportfähigkeit für gelenkschonende Sportarten
  • Langfristig Kraft erhalten
  • Sportartspezifisches Training
  • Trainingsplan für zuhause oder Fitnessstudio
  • Kontrolle des Gangbilds
  • Radfahren, Schwimmen, Wandern, Nordic Walking, Golf
  • Sprünge, Stop-and-go und Kontaktsport mit dem Operateur besprechen

Richtwerte nach den Nachbehandlungsempfehlungen der DGOU. Welche Bewegungen Sie wie lange vermeiden sollen, hängt vom Operationszugang ab (hinterer, seitlicher oder vorderer Zugang) – beim vorderen Zugang gelten andere Regeln als die hier beispielhaft genannten. Maßgeblich ist das Schema Ihres Operateurs.

Unsere Behandlung

Was wir in der Praxis für Sie tun

Schutzregeln alltagstauglich machen

Wir üben mit Ihnen Aufstehen, Hinsetzen, Schuhe anziehen, Treppe und Autoeinstieg – damit die Regeln im Alltag sicher sitzen.

Kraft & Gangschule

Schwerpunkt seitliche Hüftmuskulatur und Gesäß: so lässt sich das typische Hinken meist deutlich verringern und die Hüfte stabiler führen.

Manuelle Therapie & Lymphdrainage

Abschwellung, Narbenbehandlung und Mobilisation innerhalb der erlaubten Bewegungsgrenzen.

Hausbesuch, wenn nötig

Solange der Weg in die Praxis noch zu beschwerlich ist, kommen wir im Rahmen der Mobilen Physiotherapie zu Ihnen.

Selbst aktiv werden

Vier Dinge, die Sie zuhause tun können

Ihr persönliches Übungsprogramm stellen wir im ersten Termin zusammen – diese Grundregeln gelten fast immer.

Schutzregeln einhalten

Hoch sitzen, Beine nicht überkreuzen, beim Bücken das operierte Bein nach hinten strecken, Drehbewegungen über das Standbein vermeiden – bis der Operateur die Regeln aufhebt.

Bein seitlich abspreizen

Im Liegen oder Stehen das gestreckte Bein langsam zur Seite führen und zurück. Kräftigt die Muskulatur, die das Hinken verhindert.

Fuß- und Wadenpumpe

Füße kräftig heben und senken – in den ersten Wochen stündlich. Das unterstützt den Rückfluss und beugt einer Thrombose vor.

Täglich gehen

Mehrere kurze Spaziergänge sind besser als ein langer. Achten Sie auf gleich lange Schritte und ein aufrechtes Becken.

Wann sofort ärztlich abklären lassen?

Bei plötzlichem starkem Schmerz mit Bewegungsunfähigkeit oder einem verkürzt und verdreht wirkenden Bein (Hinweis auf Luxation), bei Wadenschwellung oder -schmerz, Atemnot oder Brustschmerz (Thrombose, Embolie), bei Fieber, Rötung oder Flüssigkeit aus der Wunde (Infektion): bitte umgehend an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder den Notruf 112 wenden.

Rezept, Kosten & Ablauf

So kommen Sie zu uns

Verordnung nach Gelenkersatz

Nach dem Gelenkersatz erhalten Sie in der Regel bereits in der Klinik oder Reha eine Verordnung (Entlassrezept – bitte innerhalb von 7 Tagen mit der Behandlung beginnen). Danach verordnet Ihre Hausärztin, Ihr Hausarzt oder die orthopädische Praxis Krankengymnastik, Manuelle Therapie oder Lymphdrainage. Nach einem Gelenkersatz besteht in den ersten Monaten meist ein besonderer Verordnungsbedarf, sodass die Behandlung außerhalb des Praxisbudgets verordnet werden kann. Alle Kassen, privat oder als Selbstzahler – wir beraten Sie gern.

Ihr Operateur hat das letzte Wort

Alle Angaben auf dieser Seite sind Richtwerte aus aktuellen Leitlinien und Nachbehandlungsempfehlungen. Maßgeblich ist immer das Nachbehandlungsschema Ihres Operateurs – es berücksichtigt Prothesentyp, Verankerung, Zugang und Ihre persönliche Situation. Bringen Sie es bitte zum ersten Termin mit; wir stimmen die Therapie darauf ab.

Quellen und Grundlagen:
Stand: Oktober 2026Fachliche Prüfung: Team Physiotherapie RadoRichtwerte – das Nachbehandlungsschema Ihres Operateurs hat Vorrang
Häufige Fragen

Fragen zur Nachbehandlung nach Hüft-TEP

Wann beginnt die Physiotherapie nach einer Hüft-TEP?
Bereits am OP-Tag oder am ersten Tag danach: Aufstehen mit Gehstützen, Thromboseprophylaxe und erste Übungen. Nach Klinik oder Reha geht es ambulant bei uns weiter – das Entlassrezept gilt 7 Tage, melden Sie sich am besten schon vor der Entlassung.
Darf ich die Hüfte voll belasten?
Bei zementierten Prothesen meist ab dem ersten Tag, bei zementfreien Prothesen manchmal mit vorübergehender Teilbelastung. Was für Sie gilt, steht im Nachbehandlungsschema Ihres Operateurs – wir richten uns danach.
Was bedeutet Luxationsgefahr und wie lange gelten die Regeln?
In den ersten Wochen kann der Prothesenkopf bei bestimmten Bewegungen aus der Pfanne springen, bis die Kapsel verheilt ist. Welche Bewegungen Sie vermeiden sollen, hängt vom Operationszugang ab – typisch beim hinteren Zugang: nicht über 90° beugen, Beine nicht überkreuzen, Bein nicht nach innen drehen. Die Regeln gelten als Richtwert 6 bis 12 Wochen, bis der Operateur sie aufhebt.
Wie lange brauche ich Gehstützen und Hilfsmittel?
Gehstützen als Richtwert 4 bis 6 Wochen. Sitzerhöhung, Greifzange und Strumpfanziehhilfe erleichtern den Alltag, solange die Beugung begrenzt ist. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Schuhe, Socken und Treppe sicher meistern.
Wann kann ich wieder Auto fahren, arbeiten und Sport treiben?
Autofahren meist nach etwa 6 Wochen, wenn Sie das Bein sicher kontrollieren und keine starken Schmerzmittel nehmen – nach Rücksprache mit dem Arzt. Büroarbeit oft nach 6 bis 8 Wochen, körperlich schwere Arbeit nach etwa 3 Monaten. Radfahren, Schwimmen, Wandern und Nordic Walking sind in der Regel ab 3 Monaten möglich, nach Freigabe durch den Operateur.
Warum hinke ich noch, obwohl die Hüfte nicht mehr schmerzt?
Häufig ist die seitliche Hüftmuskulatur nach Jahren der Arthrose geschwächt. Mit gezieltem Kräftigungs- und Gangtraining lässt sich das Gangbild häufig deutlich verbessern – das ist ein Schwerpunkt unserer Phase 2 und 3.

Termin nach Ihrer Hüft-OP

Rufen Sie uns an – am besten noch vor der Entlassung, damit die Behandlung ohne Pause weitergeht.

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